Halbierung der Dienstwagenbesteuerung für Elektro- und Hybridfahrzeuge

Die Bundesregierung hat ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag eingelöst und die Förderung von Elektro- und Hybridautos in Milliardenhöhe beschlossen. Da die Neuregelung auf den Zeitraum 01.01.2019 bis 31.12.2021 begrenzt ist, wird in naher Zukunft eine hohe Nachfrage bei Firmenfahrzeugen mit Elektro- oder Hybrid-Antrieben erwartet. Auch der Absatz von Dienstfahrzeugen für Freiberufler und Selbstständige wird massiv zunehmen. Was sollten Sie und Ihre Mandanten schon heute wissen?

 Die wichtigsten Änderungen:

  • Die geplante Regelung sieht künftig bei der privaten Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder Hybridfahrzeugs eine Halbierung der Bemessungsgrundlage vor. Demnach werden die private Nutzung eines betrieblichen Elektro- und Hybridfahrzeugs monatlich pauschal mit 1% des halbierten inländischen Bruttolistenpreises bewertet.
  • Für die Ermittlung des geldwerten Vorteils für die Privatfahrten von Arbeitnehmern, für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung gilt Gleiches.
  • Die Fahrtenbuchmethode soll auch für E- und Hybridfahrzeuge weiterhin zulässig sein. Die Kriterien sehen auch bei der Neuregelung vor, dass der Steuerpflichtige den privaten Nutzungsumfang und die auf diese Nutzung entfallenden Aufwendungen durch Belege und das Verhältnis der privaten zu den übrigen Fahrten durch das Führen eines Fahrtenbuchs nachweisen muss. Beim Fahrtenbucheinsatz sind die zu berücksichtigenden Aufwendungen (Absetzung für Abnutzung) zu halbieren.
  • Die Neuregelung gilt sowohl für angeschaffte als auch gemietete oder geleaste Fahrzeuge.

Fahrtenbuchmethode weiterhin im Vorteil:

Selbst wenn bei Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen ab Januar 2019 nur 50% der – allerdings noch deutlich höheren – Listenpreise als Bemessungsgrundlage für die 1-prozentige Versteuerung angenommen werden soll, lohnt sich dennoch in vielen Fällen die Fahrtenbuchmethode. Denn als Grundlage für den privaten Anteil nach der Fahrtenbuchmethode sind hier immerhin noch die hälftigen Abschreibungen bzw. die hälftigen Leasingaufwendungen zugrunde zu legen.

Vorsicht bei der Empfehlung digitaler Fahrtenbücher:

Vor dem Kauf eines digitalen Fahrtenbuchs gilt es besonders mit den für 2019 angekündigten Steuervorteilen für E- und Hybridfahrzeuge auf die Kompatibilität des digitalen Fahrtenbuchs mit dem jeweiligen Antrieb zu achten. Bereits jetzt ist es ärgerlich genug, wenn digitale Fahrtenbücher nicht bei allen Fahrzeugtypen eines Firmenfuhrparks funktionieren. Denn nicht jede Technik ist bei jeder Antriebsart einsetzbar. Gerade bei E- und Hybridfahrzeugen ist die richtige Telematik-Hardware entscheidend, da bei vielen Modellen die gängigen Lösungen über einen OBD-Stecker nicht ausreichend kompatibel sind. Hier ist ein digitales Fahrtenbuch mit spezieller Telematik-Hard- und Software erforderlich. Das Fahrtenbuch der Zukunft sollte mit allen Antriebsarten kompatibel sein und mit Modulen wie Flottenmanagement und Führerscheinkontrolle vernetzt sein. So digitalisieren Mandanten ihre Fuhrparks zukunftssicher.

Aktuelle Informationen für die Dienstwagenbesteuerung und Rabatte können Sie auf unserer Website abrufen: www.carsync.de/steuerberater

Amir Roughani ist Unternehmer und Geschäftsführer des 2002 in München gegründeten Technologieunternehmens VISPIRON. Mit über 600 Mitarbeitern wird u.a. die Connected-Car-Lösung CARSYNC entwickelt. Das digitale Fahrtenbuch CARSYNC ist seit 2004 bei großen Flotten im Einsatz und bereits seit drei Jahren auch mit E- und Hybridahrzeugen kompatibel. Es erfüllt die BMF-Anforderungen und ist von Ernst & Young zertifiziert. Von dieser etablierten Fahrtenbuchlösung können ab sofort auch Selbständige, Freiberufler und Angestellte profitieren. Aktuell nutzen rund 50.000 Fahrer CARSYNC-Module für ihre Fahrzeug- und Fuhrparkdigitalisierung.