2016 – Änderungen bei der Steuerbilanz und der steuerlichen Gewinnermittlung

Gewerbetreibende, Land- und Forstwirte sind bei Überschreiten der Umsatz- und Gewinngrenze zur Bilanzierung verpflichtet. In diesem Fall ergeht eine Aufforderung durch die Finanzverwaltung.
Das Bürokratie-Entlastungsgesetz hat nun diese Umsatz- und Gewinngrenze angehoben -gültig für alle Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen.

Umsätze einschließlich der umsatzsteuerfreien Umsätze
(ausgenommen sind Umsätze nach § 4 Nr. 8-10 UStG)
von mehr als 600.000 € (früher: 500.000 €) im Kalenderjahr (§ 141 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO)

Gewinn aus Gewerbebetrieb
von mehr als 60.000 € (früher 50.000 €) im Wirtschaftsjahr (§ 141 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 AO)

Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft
von mehr als 60.000 € (früher 50.000 €) im Kalenderjahr (§ 141 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 AO)

Wenn ein Grenzbetrag in der bis zum 31.12.2015 geltenden Gesetzesfassung in Kalender- bzw. Wirtschaftsjahren, die vor dem 01.01.2016 liegen, überschritten ist, zugleich aber der Grenzbetrag nach neuer Gesetzesfassung nicht überschritten wird, fordert die Finanzverwaltung keine Bilanzierung.

Gegebenenfalls ist das Finanzamt darauf zu verweisen, dass – nach Maßgabe der neuen Grenzbeträge – keine Buchführungspflicht mehr besteht.

Gemäß § 141 Abs. 2 Satz 2 AO endet die Buchführungspflicht mit dem Ablauf des Wirtschaftsjahres, das auf das Wirtschaftsjahr folgt, in dem die Finanzverwaltung feststellt, dass die Voraussetzungen nach § 141 Abs. 1 AO nicht mehr vorliegen.
Wird diese Feststellung im Jahr 2015 getroffen, ist letztmals für das Jahr 2016 zu bilanzieren.

 

ist Steuerberater und arbeitet bei einer Steuerberaterkanzlei in Achern.
Nebenberuflich ist er selbstständig und als Inhaber / Steuerberater von Unternehmen & Steuer tätig.

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