Kurzfristige Beschäftigungen (z.B. Ferienjob)

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage (bis 31. Dezember 2014: zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage) im Kalenderjahr begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird.
Die Höhe des Verdienstes ist dabei nicht entscheidend.

Von einem Drei-Monats-Zeitraum ist auszugehen, wenn die Tätigkeit an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird.
Bei Beschäftigungen von regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche ist auf den Zeitraum von 70 Arbeitstagen anzupassen.

Für kurzfristig Beschäftigte Arbeitnehmer sind folgende Beiträge vom Arbeitgeber an die Minijob-Zentrale zu bezahlen:

• Umlage 1 (U1) Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: 0,9 %
(nur bei einer Beschäftigungsdauer von mehr als 4 Wochen).
• Umlage 2 (U2) Lohnfortzahlung bei Mutterschaft: 0,3%
• Gesetzliche Unfallversicherung (nur in Privathaushalten): 1,6%
In Unternehmen sind individuelle Beiträge an den zuständigen Unfallversicherungsträger abzuführen.
• Insolvenzgeldumlage: 0,09% (in Privathaushalten keine)
(Insolvenzgeld erhalten Arbeitnehmer, die wegen der Insolvenz ihres Arbeitgebers kein Arbeitsentgelt erhalten haben).

Für den Arbeitnehmer fallen keine Sozialversicherungsabgaben an.

Die Lohnsteuer kann entweder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal mit 25 Prozent erhoben werden.

Nach § 40a Abs.1 EStG kann bei kurzfristig beschäftigten Arbeitnehmern die Lohnsteuer unter Verzicht auf den Abruf von elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM –
z. B. Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, Freibetrag, Kirchensteuerabzugsmerkmal) oder die Vorlage einer Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug mit einem Pauschalsteuersatz von 25% erhoben werden, wenn

• der Arbeitslohn täglich 68 € nicht übersteigt,
• die Dauer der Beschäftigung 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht übersteigt und
• der Stundenlohn höchstens 12 € beträgt (§ 40a Abs. 4 EStG).

Pauschaliert der Arbeitgeber die Lohnsteuer, so muss er auch die anfallende Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag pauschalieren.

Berufsmäßige Ausübung

Eine kurzfristige Beschäftigung erfüllt dann nicht mehr die Voraussetzungen einer kurzfristigen Beschäftigung, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird.

Berufsmäßig wird eine Beschäftigung dann ausgeübt, wenn sie für den Beschäftigten von wirtschaftlicher Bedeutung ist. Dies ist bei Personen anzunehmen, die Leistungen der Arbeitslosenversicherung beziehen oder bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend für eine mehr als geringfügig entlohnte Beschäftigung gemeldet sind.

Beschäftigungen, die nur gelegentlich ausgeübt werden, sind grundsätzlich von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung und daher als nicht berufsmäßig anzusehen – z. B. zwischen Abitur und beabsichtigtem Studium. Beschäftigungen zwischen Schulentlassung und freiwilligem Wehrdienst oder Bundesfreiwilligendienst sind immer berufsmäßig; dies gilt selbst dann, wenn nach dem freiwilligen Dienst die Aufnahme eines Studiums beabsichtigt ist.

 

ist Steuerfachwirt und arbeitet in einer Steuerberaterkanzlei in Achern.
Nebenbei ist er selbstständig als Buchhalter und als Geschäftsführer von Unternehmen & Steuer tätig.

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